Der Mendocino - Motor




Vorwort

 
Der Mendocino - Motor ist ein mit Solarenergie angetriebener Motor welcher auf Magnetlagern sehr reibungsarm geführt wird.



Mendocino - Motor

 
Schematischer Aufbau des Mondocino - Motors: Die Farben Grün stehen für den Südpol der Magneten und Rot für den Nordpol. Die hier runden Magnete sind für das Schweben des Ankers und der rechteckige für die Rotation verantwortlich. Die hintere Stütze verhindert ein Ausbrechen aus dem Schwebezustand. Um die Reibungswiderstände gering zu halten ist die Ankerwelle angespitzt und liegt an einem Spiegel.
Der Schaltplan des Mendocino - Motors: Insgesamt sind vier Solarzellen im Quadrat angeordnet. Die oberen werden beleuchtet (Photonen - Beschuß / Tageslicht) wärend dagegen die unteren im Schatten liegen. Es sind jeweils zwei Zellen (die sich gegenüberliegen) in Reihe geschaltet was auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich aussieht, da es ja ein Kurzschluß ergeben müßte. In der Praxis zeigt sich dies aber sehr funktionell da immer nur eine von den beiden Zellen beleuchtet wird kann sich eine Spannung aufbauen und die im Schatten dagegen sperrt. Es fließt ein Strom über die Spule. Drehen wir den Anker um 180 Grad wird auch die Spule umgepolt und wir erhalten den gewünschten Magnetpol der den Anker nun weiter drehen lässt.
Für mein Beispiel habe ich Solarzellen (65x20mm) mit einer Spannung von 0,5V gewählt mit dafür einer höheren Stromstärke. Die Stärke des Magnetfeldes (Durchflutung) ist das Produkt aus Windungszahl der Spule und der Stromstärke. Damit auch ein "hoher" Strom fließen kann darf die Spule nicht zu hochohmig sein. In meinem Beispiel besteht die Spule aus 100 Windungen mit einem Drahtdurchmesser von 0,22mm. Das sind dann gemessene 9 Ohm. Der Strom errechnet sich aus der Spannung durch den Widerstand: I=U/R = 0,5/9 = 5,5mA das sollte auch das minimum sein was die Solarzelle liefern sollte. Die hier verwendeten liefern 250mA bei Sonneneinstrahlung. Leider zeigt sich bei Solarzellen ein schnell abfallender Wert der Spannung und Stromstärke bei Abnahme der Lichteinstrahlung. Somit sollten schon einige reserven vorhanden sein.
Hier mal ein erster Versuch wie das mit dem Schweben funktioniert. Alle Magnete sind Neodym-Magnete.
 
Jetzt der Anker auf der Welle: Die Silberdrähte gehen durch den Anker und sind auch die Verbindung zwischen den Solarzellen. Die drei Gewindebohrungen sind für Madenschrauben zum späteren auswuchten des Ankers. Der Anker hat eine Länge von 65mm genauso wie die Solarzellen.
 
Und gleich mal einen Versuch starten ob alles funktioniert. Hier sieht man schön den dicken Kupferdraht zum provisorischen Auswuchten. Hätte nie gedacht das die Solarzellen so unterschiedlich schwer sind.



Nun der fertige Mendocino - Motor auf der Fensterbank.
 
Und nun in Bewegung.
 
Das ganze Gestell ist aus Aluminium gefräst und verschraubt.
 
Hier sieht man ganz gut wie die Anschlüsse der Spule ins Innere des Gehäuses gehen.
 
Auf der anderen Seite der Spiegel mit seiner natürlich glatten Oberfläche um Reibung zu minimieren.
 
Mal von Oben gesehen.
 
Mit Blumentopf.
 
Jetzt sogar mit drei Blumentöpfen :-)


Version 2

 
Leider musste ich feststellen, dass sich die Spitze der Welle in den Spiegel gebohrt hat. Dies führte zur Verschlechterung der Laufeigenschaften (mehr Reibung durch mehr Berührungsfläche). Somit lief der Motor, bei schlechten Lichtverhältnissen, kaum noch an.
Es stellte sich auch ein taumeln der Welle ein, bedingt durch Temperaturschwankungen der Umgebung ändert sich auch die stärke des Magnetfeldes und somit auch die Höhe des Schwebens. Wenn die Spitze nun durch ein Loch fixiert wird, obwohl die Schwebehöhe eine andere wäre, fängt die Welle mit dem darauf befestigten Anker an zu taumeln.

Fazit: Der Spiegel musste weg und dafür etwas härteres her. Verwendung fand eine Keramik-Wendeplatte, die in der Industrie zur Bearbeitung von schwer zerspanbaren oder gehärteten Stählen zum Einsatz kommt.

Andere Mendocino-Motoren haben meist einen Spiegel als Auflagefläche aber auch dafür meist eine Kugelschreiber-Mine als Welle, die wohl um einiges weicher ist als meine Spitze aus einem 3mm HSS-Bohrer.
Ob diese Variante des Aufbau´s funktioniert wird sich zeigen.

Nachtrag 11.08.2010: Der Motor läuft immer noch einwandfrei und die Keramik-Platte hält was sie verspricht.



Video

 




Kommentare & Fragen (2)


  • Saxonia schrieb am 05.09.2010, 12.27 Uhr

    Hallo,

    dein Motor ist klasse gebaut, Respekt! Mir stellen sich allerdings ein Haufen von Fragen:

    - - Wieviel wiegt der Rotor ohne Magnete?

    - - Wie sind die Einzelgewichte der Teile?

    - - Hast du dir einen Plan gekauft, oder empirisch ermittelt wie die Anordnung der Magnete zu sein hat?

    ps: Eine ähnliche Solarzellen gibt es auch bei Conrad für wenig Geld. Link zur Zelle

    Antwort: Der Rotor wiegt 70g ohne Magnete. Die zwei Magnete auf der Rotorwelle nochmals zusammen 10g.
    Dabei spielt das Gewicht des Rotors keine große Rolle da die Abstoßungskraft der Magnete enorm ist.

    Ich habe keinen Plan gekauft sondern durch Versuche die besten Dimensionen herausgefunden. Die beiden unteren Magnete die den oberen Rotormagneten "halten", ergeben ein gleichseitiges Dreieck. Somit ist die stabilste Konstruktion gegeben. Je enger die untenliegenden Magnete zusammen kommen desto höher liegt der Rotor aber auf Kosten der seitlichen Stabilität.


  • Ralf schrieb am 30.08.2010, 22.15 Uhr

    So ein Mendocino-Motor würde sich bestimmt auch gut auf meiner Fensterbank machen. Leider habe ich noch keine passenden Solarzellen gefunden und bin für eine Bezugsquelle dankbar.

    Gekauft habe ich bei Ebay. Verkäufer war creativeprinter aus England.
    Bezeichnung: 0.5V250MAH MONOCRYSTALLINE SOLAR PANELS
    Größe: 65x20mm

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    Stand 01.09.2010

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